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Olympus und Philips haben diese Kategorie dreißig Jahre dominiert. Eine kurze Tour, warum der Browser sie ablöst - und was die Lektion ist.

Ein Olympus DS-2500 aus 2005 hatte drei Aufgaben: Audio sauber über ein gerichtetes Mikrofon aufnehmen, kassetten-typische Metadaten (Priorität, Tag, Retake-Marker) per physischer Taste unter dem Daumen halten und es ermöglichen, eine Speicherkarte an einen Transkribenten mit kleiner, vertrauter Software zu schicken. Für Ärzt:innen, Anwält:innen und Journalist:innen lief dieser Loop zwei Jahrzehnte ohne ernsthafte Erschütterung.
Drei Dinge, in der Reihenfolge, in der sie kamen: Handy-Mikrofone wurden gut genug (ca. 2014), Browser-Audio-APIs wurden zuverlässig genug (MediaRecorder + Web Audio API erreichten Cross-Browser-Stabilität ca. 2018), und CPU-Transkription wurde genau genug (Vosks deutsches großes Modell wurde 2022 produktivreif). Als alle drei galten, kollabierte das Wertversprechen des Spezialgeräts: ein schlechteres Mikrofon mit schlechterer UI, das immer noch eine menschliche Transkription nachgelagert brauchte.
Das Spezialgerät-Segment ist heute ~3 % seiner 2010er Größe, konzentriert auf Gerichtsprotokolle und einige Medizin-Workflows, wo Hardware-Zertifizierung zählt. Alles andere wanderte zuerst aufs Handy und dann in den Browser. Die Lektion verallgemeinert sich: Jedes Hardware-Software-Bundle, das eine Software-Lücke begründete, die inzwischen geschlossen ist, verliert irgendwann gegen einen Thin Client auf Standard-Hardware. Der Trick ist, die schließende Lücke zu erkennen, bevor es deine Kategorie tut.
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